Klarsprache


Was ist Klarsprache?

Definition: Ein Text ist in dann Klarsprache verfasst, wenn die Sprache, der Aufbau und die Gestaltung des Textes so klar gestaltet sind, dass die Zielgruppe die benötigten Informationen leicht finden, ohne Mühe verstehen und unmittelbar verwenden kann. (Quelle: International Plain Language Federation)

  1. Zielgruppe und Zweck des Textes

    Bevor Sie einen Text verfassen, sollten Sie zuerst überlegen, was Sie damit erreichen wollen. Dazu gehört auch, dass man darüber nachdenkt, was der Effekt des Textes sein könnte, wenn er die gewünschte Wirkung erzielt. Was wird passieren? Und wie könnten Sie den Erfolg Ihres Textes messen?

    Im Weiteren sollten Sie über folgendes nachdenken:

    1. Wer ist Ihr Zielpublikum? Alter, Beruf, Ausbildung und eventuell schon vorhandene Kompetenzen?
    2. Über welche Informationen verfügt die Zielgruppe bereits? Was braucht sie?
    3. Was will die Zielgruppe erreichen, indem sie Ihre Texte liest?
    4. Was sind die die genauen Merkmale Ihrer Zielgruppe? Die Bestimmung der Zielgruppenmerkmale wird Ihnen helfen, die passenden Design- und Sprach-Elemente auszuwählen, die im Folgenden aufgelistet sind.

  2. Textaufbau

    Um einen Text richtig aufzubauen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

    1. Welche Textformen und -strukturen werden für diese Art der Kommunikation allgemein verwendet?
    2. Welche Textformen und -strukturen kennen die Leser bereits?
    3. Welche Reihenfolge der Informationen ist logisch und für den Leser einfach zu folgen?
    4. So kann z.B. ein bestimmter Ablauf von Ereignissen am besten in einer chronologischen Reihenfolge dargestellt werden, während ein längerer Bericht u. U. eine Reihe von themenbasierten Kapiteln haben sollte.

    Einige Grundsätze zur Verbesserung des Aufbaus von Texten:

    1. Voranstellungen von kurzen Zusammenfassungen, um wichtige Informationen vor den Details darzustellen
    2. Aufteilen eines jeden Textabschnitts in ungefähr gleich große Einheiten
    3. Verwenden von Textüberleitungen, um die Abschnitte miteinander zu verbinden

  3. Textgestaltung (Design)

    Die visuelle Gestaltung von Texten ist genauso wichtig wie ihr Aufbau und ihre Sprache. Hier gibt es drei Bereiche zu beachten:

    • Layout
    • Typografie
    • Informationsgrafiken
    1. Stellen Sie sicher, dass das Layout und die Ränder viel Leerraum enthalten, da dies hilft, verschiedene Textteile voneinander zu trennen.
    2. Verwenden Sie sinnvolle Überschriften, damit sich die Leser besser orientieren können.
    3. Wählen Sie eine Schriftart und Schriftgröße, die leicht zu lesen sind.
    4. Stellen Sie sicher, dass zwischen dem Text und dem Hintergrund viel Kontrast besteht und der Abstand zwischen den Zeilen und Absätzen mindestens der Größe des Schrifttyps entspricht.
    5. Verwenden Sie auch visuelle Hilfsmittel wie Tabellen, Diagramme, Fotos, Graphiken und Aufzählungslisten, um Informationen in einer barrierefreien Form zu präsentieren.

  4. Die sprachliche Gestaltung

    Schließlich gilt es über die sprachlichen Formulierungen nachzudenken. Während manche Verfahren von Sprache zu Sprache variieren können, sind einige Gestaltungsbereiche unabhängig von der Sprache relevant:

    1. Anredeformen und Formalität/Informalität: Verwenden Sie zur Anrede Personalpronomen und schreiben Sie den Text in einem formalen Stil, der dem eines Gesprächs nahekommt.
    2. Wortwahl: Verwenden Sie das einfachste, naheliegende Wort, das das vermittelt, was Sie ausdrücken wollen.
    3. Jargon: Vermeiden Sie Jargon, es sei denn, Ihre Leser sind vertraut damit. Wenn nicht, erklären Sie die im Text verwendeten technischen und nicht alltäglich üblichen Begriffe.
    4. Satzlänge: Die Sätze sollten im Durchschnitt zwischen 15-20 Wörtern lang sein. Eine geringe Anzahl von Sätzen kann länger sein, sie sollten jedoch niemals mehr als 30-35 Wörter umfassen.
    5. Verben: In den meisten Fällen sollte das Aktiv statt dem Passiv verwendet werden. Schreiben Sie "Ich las diese Seite" anstatt "Diese Seite wurde von mir gelesen."

  5. Evaluierung
    1. Überprüfen Sie immer, ob Ihr Text seinen Zweck erfüllt, bevor Sie ihn absenden.
    2. Eine sehr einfache Methode ist in diesem Zusammenhang, dass man den Text anhand einer Checkliste selbst überprüft oder eine andere Person bittet, ihn durchzulesen.
    3. Wann immer möglich, führen Sie Benutzer-Tests mit Ihrem Zielpublikum durch. Dies kann durch Umfragen, Interviews oder Tests mit Menschen erfolgen, die repräsentativ für Ihre Leser sind. Da derartige Tests sehr kostenintensiv sind, sind sie eher auf Dokumente beschränkt, die ein breiteres Publikum haben werden, wie z.B. Benutzerhandbücher.

    
 

Login zum Benutzermenü:
Login
 

Partner und Sponsoren

Hauptpartner


PlainEnglishFoundation

 

IIID logo150pxWide 1

 

Wissenschaft und Forschung Land Steiermark

 

UniGraz

 

 

Press HerePSlogo

 

logo cerebra web

Impressum

Copyright © 2016. All Rights Reserved.